Akute Hilfe bei Rückenschmerzen

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Mit diesem Überblick möchten wir verschiedene Mittel und Wege aufzeigen, wie Sie effektiv gegen Rückenschmerzen angehen können.

Wärme bei akuten Rückenschmerzen

Bei Rückenschmerzen – egal ob durch einen Bandscheibenvorfall, Hexenschuss, Blockade und Co. ausgelöst – verhärten die Muskeln im Rücken, und das tut weh. Wärme ist ein wichtiger Faktor, um Verspannungen und gegen die damit einher gehenden Schmerzen anzugehen. Wärme hilft dem Muskelgewebe sich zu entspannen. So können sich Verhärtungen lockern und lösen. Bei leichten Verspannungen kann schon ein heißes Bad (z. B. Rheumabad) oder ein Saunabesuch Wunder bewirken. Auch ein Wärme-Pad, die Wärmflasche oder ein Körnerkissen kann Abhilfe bringen. Eine Wärme-Pad ist ein Gelkissen, das im Wasserbad erhitzt wird und dann wie eine kleine Wärmflasche den schmerzenden Bereich wärmt. Ebenso funktioniert auch das Körnerkissen.

Bei stärkeren Verspannungen aber gibt es effektivere Methoden die schmerzenden Muskeln zu lockern, und zwar Wärmesalben und -pflaster.

Wärmesalben

Wärmesalben, wie z. B. Finalgon oder Thermal Rheumasalben, enthalten Wirkstoffe, die in der Haut die Durchblutung anregen und dadurch einen Wärmeeffekt auslösen.

Nach dem Auftragen der Salben sollte darauf geachtet werden, dass die Hände sofort gründlich gewaschen werden. Denn die enthaltenen Inhaltsstoffe sind stark reizend, gelangen sie auf Schleimhäute wie Augen, Mund und Nase kann das sehr schmerzhaft sein. Zum Auftragen der Wärmesalben empfiehlt es sich daher dünne Einmalhandschuhe zu tragen.

Arzneimittelexperten empfehlen bei Wärmesalben Produkte mit dem Wirkstoff Benzylnikotinat. Diese sind beispielsweise in der Thermal Rheumasalbe von Phlogont oder auch in Finalgon enthalten. Wirkstoffe wie Benzylnikotinat erzeugen eine intensive und lang andauernde Wärme.

Ein Nachteil von Wärmesalben ist, dass sie schnell wieder ihre Wirkung verlieren. Bereits nach ein bis zwei Stunden ist die wärmende Wirkung verschwunden und die Creme muss gegebenenfalls erneut aufgetragen werden.

Wärmepflaster

Wärmepflaster sind als dauerhafter Wärmespender besser geeignet als Wärmegels oder Salben. Sie können bis zu zehn Stunden für konstante Wärme sorgen. Wärmepflaster arbeiten in der Regel mit dem Wirkstoff Cayenne-Pfeffer. Der löst eine Hautreizung aus und dadurch entsteht Wärme. Da alle Wärmepflaster etwa gleichwertig sind, können Sie hier auch ohne Weiteres zum günstigsten greifen.

Ein Nachteil: Wärmepflaster werden wie ein Pflaster auf die Haut geklebt. Bei Menschen mit Pflasterallergie können Sie deshalb allergische Hautreaktionen auslösen. Ein weiterer Nachteil ist, das Wärmepflaster relativ teuer sind.

Vorsicht: Wärme sollte man bei Entzündungen, wie z. B. bei entzündeten Gelenken (Arthritis) nicht anwenden, denn dadurch kann sich die Entzündung sogar noch verschlimmern. Ob es sich um eine Entzündung handelt, erkennen Sie daran, dass das Gelenk erhitzt oder gerötet ist und wenn Sie die Wärme nicht vertragen, das heißt die Schmerzen nicht gelindert werden, sondern zunehmen. Ist das der Fall, sollte die Betroffene Stelle gekühlt werden, dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Entzündung.

Zum Kühlen eignen sich übrigens so genannte Gel-Pads. Das sind kleine Kissen, die in der Tiefkühltruhe aufbewahrt werden. Dadurch gefriert das Gel im Inneren und gibt über einen längeren Zeitraum Kälte ab. Gel-Pads können ganz einfach auf die schmerzenden Stellen gelegt werden. Wem das zu umständlich ist, der kann auch zu Kühlsprays greifen. Mit dem Spray werden kühlende Wirkstoffe, wie z. B. ätherische Öle auf die Haut gesprüht, die das entzündete Gelenk von außen kühlen. Em ehesten empfehlen sich Gel-Pads zum Kühlen, da diese wieder verwendet werden können. Zudem können Kühlsprays bei empfindlichen Menschen – wegen der enthaltenen ätherischen Öle – sogar allergische Reaktionen auslösen.

Fazit: Bei leichten Verspannungen können Sauna, heißes Bad, Wärmeflasche oder Körnerkissen gut tun und die Verkrampfungen lösen. Wer allerdings richtige Rückenschmerzen mit starken Muskelverspannungen hat, sollte zu Wärmesalbe oder -pflaster greifen. Am besten geeignet sind allerdings Pflaster, da sie eine längere und konstante Wirkung haben und dadurch die schmerzende Stelle den ganzen Tag über warm halten können.

Schmerzmittel

Die Behandlung von Schmerzen ist bei Rückenproblemen sehr wichtig. Denn Schmerzen, egal ob sie von einem gereizten Nerv beim Bandscheibenvorfall oder durch eine Blockade entstehen, lassen uns verkrampfen. Dadurch ziehen sich die Muskeln im Rücken zusammen, verhärten und tun ebenfalls weh. In der Folge werden Rückenschmerzen noch schlimmer und brauchen später auch länger, um wieder abzuklingen.

Helfen Schmerzmittel innerhalb von drei Tagen nicht, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Der Arzt kann dann genau bestimmen, was den Schmerz auslöst. Wer zu lange Schmerzen erträgt, läuft Gefahr, dass er später sehr lange braucht, um seine Rückenschmerzen wieder loszuwerden. Denn je länger Rückenschmerzen nicht behandelt werden, desto länger dauert es in der Regel auch, die Schmerzen zu bekämpfen und Muskelverspannungen zu lockern.

Schmerztabletten

Bei leichten Schmerzen empfiehlt es sich Medikamente mit dem Wirkstoff Paracetamol einzunehmen. Sind die Schmerzen stärker, kann auch auf nichtsterodiale Antirheumatika zurückgegriffen werden. Empfehlenswert sind hier Medikamente mit dem Wirkstoff Ibuprofen. Er lindert die Schmerzen effektiv und ist für den Körper weniger belastend als viele andere Wirkstoffe. Angeboten werden sie z. B. von den Firmen Stada oder Ratiopharm. Auch Diclofenac ist ein sehr wirksamer Wirkstoff, er ist allerdings verschreibungspflichtig.

Nichtsterodiale Antirheumatika haben im Vergleich zu herkömmlichen Schmerzmitteln stärkere Nebenwirkungen auf den Magen- und Darmtrakt und fördern das Risiko, dass sich ein Geschwür bildet. Viele der Schmerztabletten (Nichtsterodiale Antirheumatika) werden auch in Form von Zäpfchen angeboten. Hiervon ist eher abzuraten. Der Grund: In Form von Zäpfchen nimmt man zwar genauso viel der schmerzlindernden Wirkstoffe auf, doch das Mittel wirkt meist nicht so zuverlässig wie eine Tablette. Trotzdem sind die Nebenwirkungen für Magen- und Darmtrakt sowie das Risiko für Geschwüre ebenfalls hoch. Die Nebenwirkungen werden nämlich nicht dort ausgelöst, wo sich Tablette oder Zäpfchen auflösen, sondern durch den Wirkstoff, der ins Blut übergeht. Sie sollten also nur zu Zäpfchen greifen, wenn Sie Probleme damit haben, Tabletten zu schlucken.

Schmerzsalben

Auch Schmerzsalben versprechen Linderung – sind aber häufig ihr Geld nicht wert. Die Wirkstoffe dieser Salben, ebenfalls nichtsterodiale Antirheumatika, wie z. B. Ibuprofen oder Diclofenac, können in der Regel gar nicht so tief, also in ausreichender Konzentration, durch die Haut eindringen, um zu den schmerzenden Muskeln oder Gelenken zu gelangen.

Bewegung

Früher hat man bei Rückenschmerzen häufig Ruhe empfohlen. Heute rät man dagegen eher zu Bewegung. Denn Bewegung und leichte Sportarten, wie Schwimmen oder Nordic Walking, halten nicht nur fit, sie lockern auch die Rückenmuskulatur. Außerdem wird durch Sport die Rückenmuskulatur aufgebaut. Dadurch wird die Wirbelsäule gestützt, entlastet und die Wirbelgelenke weniger beansprucht und abgenutzt. 

Krankengymnastik

Krankengymnastik ist sinnvoll, wenn die akuten starken Schmerzen abgeklungen sind. Dann nämlich können durch spezielle Übungen mit einem Krankengymnasten Muskeln dort aufgebaut werden, wo Wirbelgelenke oder Bandscheiben angegriffen sind. Die gestärkten Muskeln unterstützen dann künftig die Wirbelsäule. Dadurch können Gelenke, Bandscheiben und Co. entlastet werden und weitere Verschließerscheinungen werden vorgebeugt.

Einige Fitnessstudios bieten mittlerweile ein spezielles Rückenprogramm an. Mit Hilfe von Übungen an Geräten wird die Rückenmuskulatur aufgebaut um die Wirbelsäule zu unterstützen und zu entlasten. Sie sollten aber darauf achten, dass ein Arzt oder Krankengymnast im Fitnessstudio zur Verfügung steht und das Training begleitet. Nur so können Sie wirklich sicher sein, dass die richtigen Muskeln am Rücken gestärkt werden und sie die Übungen vor allem richtig durchführen. Denn falsche Übungen können die Wirbelsäule nur noch mehr belasten und schaden.

Massagen

Massagen sind nicht nur angenehm und entspannend, sie lösen vor allem Verkrampfungen in den Muskeln, die in der Regel für die Rückenschmerzen verantwortlich sind. Deshalb sind Massagen gut geeignet um Rückenschmerzen zu bekämpfen. Nur leider werden sie immer seltener von den Krankenkassen bezahlt.

Wichtig: Massagen helfen nur dann, wenn der erste akute Schmerz nachgelassen hat. Der Grund: Bei akuten Rückenschmerzen verspannen die Muskeln so stark, dass sie richtig verhärten. Massiert man akut verhärtete Muskeln, hat das meist einen gegenteiligen Effekt. Die Muskeln werden durch das Kneten und Drücken gereizt und ziehen sich noch mehr zusammen. Die Verhärtungen und damit die Schmerzen nehmen also noch zu.

Fango-Packungen:

Fango ist Schlamm, der sich in Thermalquellen ablagert. Dieser Schlamm wird erwärmt und dann auf die schmerzenden Stellen oder den ganzen Rücken aufgetragen. Auf viele wirkt eine Fango-Packung beruhigend und entspannend. Die Muskeln werden locker und Verkrampfungen lösen sich. Ob diese Wirkung aber durch das Fango, also die Wirkstoffe im Schlamm, erzeugt wird, oder durch die Wärme, ist nicht erwiesen. Fango-Packungen können also nicht schaden. Wärmewirkung erreicht man aber besser und vor allem langanhaltender mit einem Wärmepflaster.

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